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Redesign der IT-Infrastruktur bei den Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB GmbH)

Hintergrund

Die Abteilung TDF-n (Technische Dienste Fahrweg / Netzwerktechnik) der LVB GmbH stellt die IT-Infrastruktur für den LVB Konzern und dessen Tochterunternehmen bereit. Im Einsatz sind Server unter den Betriebssystemen Novell Netware, Windows NT und 2000 sowie Solaris. Insgesamt ca. 500 Arbeitsplatzrechner verteilt auf 17 Standorte greifen auf diese Server sowie auf Server externer Dienstleister zu.

Problemstellung

Die höheren Anforderungen an den Netzwerkdurchsatz zwischen den Standorten und höhere Sicherheitsanforderungen machten ein komplettes Netzwerk-Redesign notwendig. Gleichzeitig mit dem Redesign sollte eine Umstellung des gesamten IP-Adreßraumes auf private IP-Adressen erfolgen. Zusätzlich dazu war eine Migration auf die aktuelle Version von Novell Netware und Lotus Notes, verbunden mit einer Konsolidierung der Server in den verschiedenen Standorten und der Wegfall des IPX Protokolls vorgesehen.

Anforderung

Während der Zeit der Umstellung und Konsolidierung muß die Arbeitsfähigkeit der angeschlossenen Unternehmen gewährleistet werden. Einschränkungen des Netzwerkbetriebs sollten auf ein Minimum reduziert werden.

Beteiligte Firmen

  • LVB GmbH, Abteilung TDF-n
  • Siemens AG (IP- sowie VLAN Konzept, Einrichtung der Cisco Router)
  • HLkomm (Bereitstellung der Breitband WAN-Verbindungen)
  • klopfer datennetzwerk gmbh (Migration/Konsolidierung von Novell Netware, Aufbau DHCP/DNS/LDAP-Verzeichnis, Upgrade Firewall-Lösung, Upgrade Management Lösung, Backup-Konzept, Client-Konzept)
  • Perdata GmbH (Migration/Konsolidierung von Lotus Notes)

Hard- und Software

  • Cisco (Catalyst 3550, Router 26xx, 36xx, 7206VxR)
  • 3Com Superstack 3
  • HP (Proliant ML530, ML380, ML310)
  • Overland (Powerloader LTO-2 17 Slot)
  • Novell (Netware 6, ZENWorks for Desktops 4, ZEN for Server 2, Bordermanager 3.8)
  • Computer Associates (Brightstore Arcserve Backup 9 for Windows, eTrust Antivirus)
  • IBM (Lotus Notes 5)

Problemlösung

  • Aufbau eines eigenen Netzes mit eigenem VLAN für jede Tochterfirma (in jedem Standort)
  • Parallelbetrieb der alten IP-Adressen in eigenem VLAN
  • Einsatz des DHCP/DNS Dienstes unter Novell Netware 6 für alle VLANs
  • Konsolidierung der Netware Datei Server von 10 unter Netware 4.11 (jeder Standort) auf 2 unter Netware 6 (nur Hauptstandorte)
  • Upgrade der Firewall-Lösungen auf Novell Bordermanager 3.8
  • Upgrade der Management-Lösung auf Novell ZEN for Desktops 4 und ZEN for Servers 2
  • Umstellung auf zentrale Backup Server in jedem Hauptstandort
  • Konsolidierung der Lotus Notes Server auf 3 Server unter Lotus Notes 5
  • Programmierung von Scripten, um die Anpassung der Arbeitsstationen in einem Arbeitsschritt durchzuführen

Lösungsumsetzung durch klopfer datennetzwerk gmbh

Die größte Herausforderung war, den reibungslosen Betrieb während dieser tiefgreifenden Umstellung beizubehalten. Dazu wurde das neue VLAN-Konzept mit dem neuen IP-Adreßraum parallel zur alten IP-Welt aufgebaut und über einen zentralen Router miteinander verbunden. Dann erfolgte die Installation von zwei Netware 6 Infrastruktur Servern (je einer pro Hauptstandort) welche die Dienste DHCP, DNS und eDirectory (LDAP) in der alten und neuen Welt bereitstellten. Nach dem je Hauptstandort ein neuer Dateiserver unter Netware 6 aufgesetzt wurde, konnten sämtliche Daten auf die neuen Server migriert werden. Im neuen Dateisystem und im Verzeichnisdienst (eDirectory) wurde gleich die Struktur der Tochterfirmen der LVB mit berücksichtigt. Anschließend wurden die Lotus Notes Server installiert und das zentrale Backup in Betrieb genommen. Alle neuen Server waren aus der alten Welt über IP bzw.IPX erreichbar, so daß zu diesem Zeitpunkt noch keine Änderung an den Client-PC's erforderlich war.

Der umfangreichste Teil der Arbeit war die Umstellung der lokalen Arbeitsstationen. Hier war eine sorgfältige Vorbereitung notwendig, da es eine große Anzahl von Server-Anwendungen gab, deren Client-Komponente über ein lokales Konfigurationsfile verfügt, welches angepaßt werden mußte. Hier wurde konsequent von IP-Adressen auf die DNS-Namensgebung gewechselt, um nach Umstellung aller Arbeitsstationen die IP-Adresse der diversen Applikationsserver ändern zu können, ohne die Konfiguration der Arbeitsstationen anzufassen.

Folgende Änderungen am Client (Windows NT 4.0 und Windows 2000) wurden (größtenteils scriptgesteuert) durchgeführt:

  • Installation angepaßter Netware Client / Umstellung von IPX auf IP
  • Installation angepaßter Internet Explorer 6
  • Installation ZEN Agent
  • Anpassung Citrix / Oracle / SAP Clients
  • Änderung der Lotus Notes Installation auf netzwerkbasierende Nutzerverzeichnisse
  • Installation von Lotus Notes R5
  • Umstellung auf DHCP
  • Installation des letzten Service-Packs und diverser Sicherheitspatches
  • Patchen ins entsprechende VLAN

Da sich dieser Prozeß bei 500 umzustellenden Client Arbeitsplätzen über einen Monat hinzog, mußte sichergestellt werden, dass sowohl die bereits umgestellten Arbeitsplätze, als auch die noch nicht angepaßten Computer auf alle Netzwerk-Ressourcen zugreifen konnten.

Zum Abschluß wurde mit ZEN for Server eine Management-Lösung installiert, welche die vorhandene Managewise Umgebung durch ein IPX-freies Management ersetzte.

Fazit

Die gesamte Umstellung wurde innerhalb von 3 Monaten realisiert. Durch die gute Koordination der Arbeiten ist es gelungen, einen für die Anwender reibungslosen Umstieg zu gewährleisten, was von allen Beteiligten als "voller Erfolg" gewertet wurde.